AudioBoo – Social Audio Community

Veröffentlicht am: Mai 20, 2010 | Keine Kommentare

AudioBoo – Sound Social. Ok, zugegeben. Das hat jetzt nur indirekt etwas mit kostenlosen Hörspielen zu tun. Streng genommen, hat es nur etwas mit dem Aufnehmen von Stimmen zu tun. All diejenigen Leserinnen und Leser, die eine aristotelische Auffassung haben, wie ein Hörspiel zu klingen hat (mit einer Anfang-Mitte-Ende-Dramaturgie…), die können diesen Artikel getrost überspringen. Denn heute stellen wir etwas vor, das viele bereits im Textbereich kennen, was im Audio- und Sprechbereich jedoch noch vergleichsweise neu ist: eine Social Web Plattform für Audio-Takes. Da alle Kinder des Social Web irgendeinen fantasie- und klangvollen Namen brauchen (das kennen wir schon von Twitter, Flattr, studiVZ oder Buzz) hört auch dieses akustische soziale Netzwerk auf den ungewöhnlichen Namen AudioBoo. Wie ein Tweet bei Twitter heißt ein Audio-Take bei AudioBoo ganz einfach “ein Boo”. Das Unternehmen, das AudioBoo im März 2009 ins Leben gerufen hat, sitzt in London. Was man mit AudioBoo machen kann und wie es auch Hörspiel-Fans begeistern könnte, das erklärt dieser Artikel.

Was AudioBoo ist (bzw. Was AudioBoo sein kann)

AudioBoo kann vielfältige Funktionen übernehmen. Nach eigener Auskunft ist AudioBoo “the simplest way to share audio”, eine legale Tauschbörse für Audioaufnahmen aller Art also.

Gekoppelt mit einem mobilen Aufnahmegerät, wie z.B. einem iPhone kann man AudioBoo als Memo-Tool nutzen. Einfach von unterwegs eine wichtige akustische Notiz aufnehmen (wie z.B. “Heute abend Lotto spielen nicht vergessen!”), mit Hilfe der kostenlosen AudioBoo-iPhone App hochladen (“publizieren”) und sich am Abend beim Abhören der eigenen Boos dran erinnern. Auch kann man (zumindest in der AudioBoo Pro-Version) seine Privatsphäre entsprechend einstellen, so dass nur der Arbeitskollege, die Freundin oder die Klassenkameraden und Kommilitonen die eigenen Boos hören können.

AudioBoo: Logo (Quelle: Steven Combs via flickr)*

AudioBoo erfüllt in erster Linie die Funktion eines sozialen Netzwerks. Man kann bestimmten Usern folgen (deren Boos dann unter “Followed Boos” gelistet werden) und man kann sein eigenes Profil mit einem einzigen Mausklick mit anderen sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Posterous oder FriendFeed verbinden lassen: “AudioBoo can post to your favorite sites to let your friends know when you post a boo.” Selbst Google Analytics lässt sich mit Leichtigkeit auf dem eigenen Boo-Profil integrieren, so dass man gut tracken kann, wie viele Leute zu welcher Zeit Interesse an den eigenen Boos haben.

Für Hörspielfreunde kann man natürlich wahllos einige AudioBoo-User abonnieren und sich deren Boos anhören. Nicht selten sind die kurzen Boos unterhaltsam und erzählen ihre ganz eigenen Geschichten. Eine gezielte Suche nach “story telling” bringt zum Beispiel auch eine Menge an Geschichten zu Tage, die sich wie kleine Hörbücher oder Hörspiele hören lassen. Mit einem Klick kann man sie wie einen Podcast abonnieren (in iTunes zum Beispiel).

Kein Wunder, dass ein solch nützliches Tool bereits weitere Zusatzseiten ins Leben gerufen hat, wie beispielsweise boobase, “a lightweight tool for plotting tagged audioboos on maps at various zoom levels”. Wer also wissen will, was seine Nachbarn boo’en, kann das auf einer Karte nachsehen. Mit Sicherheit werden in Kürze weitere Tools dieser Art folgen.

Was AudioBoo nicht ist

Ganz klar: AudioBoo ist keine Hörspielplattform, auf der man volle Hörspiele erwarten kann (wobei es nicht ausgeschlossen ist, dass jemand früher oder später ein ganzes Hörspiel oder Hörbuch (ein AudioBoo-AudioBook sozusagen) boo’en wird!).

AudioBoo ist ferner kein Twitter-Killer. Das (Social) Web hat ja die Tendenzen, immer nach den höher-schneller-weiter-Prinzipien zu sortieren. Da kann kein neues Projekt gelauncht werden, ohne dass es nicht der Killer von irgendwas ist (Wolfram Alpha killt Google; Buzz killt Twitter; Orkut killt Facebook…). Das ist AudioBoo nicht. Als Audio-Netzwerk ist es ohnehin weitestgehend konkurrenzlos. AudioBoo wird also – da kann man ganz beruhigt bleiben – gar nichts killen, was es schon gibt. Es vereint jedoch einige Tugenden der existierenden Netzwerke, erweitert es um bestimmte andere Funktionen und findet so seine eigene Nische.

“AudioBoo wants to hear from you!” heißt es auf der Webseite. Wer also neugierig geworden ist, kann sich auf audioboo.fm einen Account erstellen und mal austesten, was in der AudioBoo-Community so passiert. Über Erfahrungsberichte und Boo-Empfehlungen freuen wir uns sehr: einfach unter diesen Artikel kommentieren!

*Bildnachweis: Steven Combs: AudioBoo Logo (Bestimmte Rechte vorbehalten: CC by-nc-nd).


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