Creative Commons, kleine Einführung (Teil 1/2)

Veröffentlicht am: Mai 6, 2010 | 1 Kommentar

Einen Begriff, den man im Zusammenhang mit kostenlos verfügbaren Inhalten im Internet immer häufiger liest ist: „Creative Commons“, was frei übersetzt in etwa „Kreatives Allgemeingut“ heißt. Eine kreativ-künstlerische Leistung also, die lizenzfrei und damit: Allgemeingut ist. Jeder kann (ganz grob formuliert) diese Produkte und Leistungen kostenlos in Anspruch nehmen und vervielfältigen. In der Praxis gibt es hier einige wesentliche Abstufungen zu beachten, auf die wir weiter unten eingehen. Grundsätzlich aber können Kunst- und Medienschaffende nun selber bestimmen, welchen Rechten ihre Werke unterliegen. Dieser Artikel soll eine ganz kurze Einführung in Creative Commons geben (Teil 1) und deren Bedeutung für den Markt kostenloser Hörspiele und Hörbücher betrachten (Teil 2).

Creative Commons: Erklärung im Schnelldurchlauf (*)

“Alle Rechte vorbehalten” ist ein Satz, der verdeutlicht, dass die Rechte an einem Werk beim Rechteinhaber liegen. Dieser konnte im Falle einer Copyright-Verletzung (z.B. unerlaubtes Vervielfältigen oder unerlaubte kommerzielle Nutzung der Inhalte) rechtliche Schritte einleiten, um sein Urheberrecht geltend zu machen. Das ist eine sinnvolle Art, geistiges Eigentum zu schützen… allerdings auch eine sehr restriktive Haltung im Hinblick auf Copyright.

“Keine Rechte vorbehalten” hingegen bezeichnet eine Gemeinfreiheit des Werkes. Das Werk unterliegt nicht (oder auch: nicht mehr) den Copyright-Bestimmungen und ist damit gemeinfrei. Es ist in öffentlichem Besitz (engl.: Public Domain). Damit kann es frei kopiert und für beliebige Zwecke genutzt werden.

Die Creative Commons bewegen sich rechtlich zwischen dem restriktiven Copyright (“all rights reserved”) und der Gemeinfreiheit (“no rights reserved”): bei den CC-Lizenzen findet man daher häufig den Satz: “some rights reserved” (Bestimmte Rechte vorbehalten”). Grundsätzlich kann Teil der Rechte (der “some rights”) sein, dass der Urheber des Werkes namentlich genannt werden muss, dass das Werk inhaltlich von Dritten verändert werden darf (wobei sich daran die Frage anschließt, welcher Lizenz das veränderte Werk unterliegt) und dass das Werk kommerziell genutzt werden darf.

Das Creative Commons-Logo

Bei den Creative Commons-Lizenzen haben diese Fragen einen Code hervorgebracht, der genau den Umfang der vorbehaltenen Rechte angibt. Das vorangestellte CC gibt immer an, dass es sich um Creative Commons-Lizenzen handelt. Gefolgt wird das CC dann in der Regel von einem Kürzel, wie z.B. by, nc, nd, sa oder einer Kombination dieser Kürzel. CC-BY (“by” englisch: von) würde beispielsweise beinhalten, dass das Werk unter der Voraussetzung der Urheber-Nennung genutzt und weitergegeben werden darf; CC-NC (=non-commercial) würde die Lizenz auf eine nicht-kommerzielle Nutzung einschränken; CC-ND (=no derivates) würde eine Veränderung des Werkes untersagen; CC-SA (=share alike) würde angeben, dass Änderungen am Werk nur unter der Voraussetzung erlaubt sind, dass das anschließend neue Werk unter exakt den gleichen Lizenzen weitergegeben wird. Die Kombinationen der Kürzel erklären sich danach ebenfalls fast von selbst: CC-BY-NC-SA würde z.B. bedeuten, dass immer der Urheber genannt werden muss (BY), das Werk nur für nicht-kommerziellen Bedarf genutzt werden kann (NC) und eine Veränderung möglich ist, wenn die selbe Lizenz (also wieder: BY NC SA) vergeben wird. Genauer kann man das alles auf der Seite creativecommons.org nachlesen.

Creative Commons: Beispiel für Verbreitung von Inhalten dank CC

Ein sehr gutes Beispiel für die Verbreitung kreativer Inhalte mittels CC-Lizenz hat kürzlich Leander Wattig auf seinem Blog gegeben. Dabei handelte es sich um die Verbreitung eines Fotos von Leander Wattig, dass dieser mit einer CC-BY-Lizenz versehen hatte. Wie er sehr schön zeigt, hat sich das Foto in recht kurzer Zeit stark verbreitet und mit ihm sein Name als Urheber. Für jemanden, der beispielsweise auf sich als Fotograf aufmerksam machen will (was auf Leander Wattig meines Wissens nicht zutrifft) eine gute Sache. Dieses kleine, anschauliche Beispiel lässt sich natürlich ohne Weiteres auf andere kreative Inhalte übertragen: auf Gemälde, Musik, Gedichte, Romane und eben auch: auf Hörspiele.

So viel als Einführung in den spannenden Bereich Creative Commons. Im zweiten Teil dieses Artikels könnt Ihr nachlesen, inwiefern die CC-Lizenzbestimmungen auch Anwendungen bei Hörspielen und Hörbüchern finden.

(*) Anmerkung: Der Autor dieses Textes ist kein Jurist. Der Text selbst ist lediglich eine kurze Einführung in die Möglichkeiten, die Creative Commons bietet. Falls jemand CC-Inhalte nutzen möchte, muss er sich unbedingt vorher genau über die Rechtslage informieren.


Kommentare

Eine Antwort zu “Creative Commons, kleine Einführung (Teil 1/2)”

  1. Sound Library for free (2/2): Kostenlose Sound Library nutzen : hoerspiele-kostenlos.de
    Mai 14th, 2010 @ 19:49

    […] daher im zweiten Teil des Artikels eine kostenlose Sound Library vor, die komplett über die Creative Commons-Lizenz […]

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