Creative Commons für Hörspiele und Hörbücher (2/2)

Veröffentlicht am: Mai 6, 2010 | Keine Kommentare

Im ersten Teil dieses kleinen Artikels über die Creative Commons haben wir kurz vorgestellt, wie die Copyright-Bestimmungen bei den einzelnen Lizenzen ausschauen und am Beispiel eines Fotobeitrages von Leander Wattig gezeigt, inwiefern CC dazu beitragen kann, dass sich kreative Inhalte schneller im Netz verbreiten. Im zweiten Teil des Artikels wollen wir nun schauen, ob es schon Creative Commons Hörspiele gibt und welchen Einfluss CC-Lizenzen auf die Verbreitung von Hörspielen haben.

Ein Projekt im Bereich Hörbücher, das gerade von sich reden macht, ist das Projekt Little Brother. Dabei handelt es sich um die Hörbuch-Fassung eines Romans von Cory Doctorow, gelesen von Oliver Rohrbeck, der vermutlich allen Hörspiel-Fans als “Justus Jonas” von den Drei Fragezeichen bekannt sein dürfte. Mit der Verpflichtung eines professionellen Sprechers wie Rohrbeck (der ja bereits bei den Alster-Detektiven mitwirkte, wie wir berichteten) sind natürlich Kosten verbunden, die der Argon Verlag wieder einspielen möchte. Dazu nutzt Argon ein Konzept, das auf den CC-Lizenzen aufbaut: das Street Performer Protocol. Dieses sieht vor, dass ein kommerzielles Produkt (in diesem Fall das Hörbuch mit Oliver Rohrbeck) unter die CC-Lizenz gestellt wird, sobald ein gewisser Spendenbetrag erreicht worden ist. Eine kostenlose und gekürzte Vorabversion des Hörbuchs soll es schon ab dem 12. Mai geben. Wird der Spendenbetrag (laut Berichten von golem.de handelt es sich dabei um 9.000 EUR) bis dahin erreicht, dann kann das vollständige und ungekürzte Hörbuch unter der CC-Licence veröffentlicht werden.

SellYourRights & Creative Commons

Wife of cyclist Wim van Est listening to the radio (no known copyright restrictions / Quelle: flickr.com/commons)

Genutzt wird von Argon dafür das Start-Up SellYourRights (dt.: Verkauf Deine Rechte). SellYourRights sammelt dabei “das Geld, das der Anbieter eines digitalen Produktes verlangt, um dieses unter Creative Commons Lizenz zu veröffentlichen” (Quelle: sellyourrights.com). Wird der Betrag nicht erreicht, unterliegt das Werk weiterhin dem gewohnten, restriktiven Copyright. Das besondere dabei: nur wenn der Betrag wirklich erreicht wird, wird das Geld der Spender eingezogen. Das Verlustrisiko für die Spendenwilligen ist damit gleich Null. Über ein kleines Widget, das auf der Webseite eingebunden ist, kann man den Fortschritt der Spenden beobachten. Aktuell, rund neun Tage vor der Spendendeadline, hat der Fortschrittsbalken noch nicht einmal ein Drittel der Gesamtsumme erreicht….

Ich denke, der Argon Verlag macht hier Gehversuche in eine sehr richtige Richtung. Sinn und Zweck der Aktion sei nicht, so golem.de (die wie Argon zu Holtzbrinck gehören), den Markt der Hörspiele und Hörbücher zu revolutionieren, sondern vielmehr zu einer ganz bestimmten Entwicklung beizutragen. Mit der Nutzung von CC-Lizenzen in Kombination mit SellYourRights eine sinnvolle Sache. So könnten in Zukunft durch eine vergleichsweise kleine Gruppe von Hörspielliebhabern Hörproduktionen frei nutzbar werden, die von professionellen Produzenten gemacht wurden. Die Aktion Befreit Doctorow! ist in unseren Augen daher sehr unterstützenswert. Wir hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht.

Falls Ihr Eure Meinung zu den CC-Lizenzen im Hörspielbereich loswerden wollt, nutzt doch einfach die Kommentarfunktion bei diesem Beitrag! Wir würden uns über Eure Meinung freuen.


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